Dienstag, 26. September 2017

Rezension: Magnus Chase - Der Hammer des Thor


Magnus Chase ist zurück und dieses Mal muss er Thor seinen Hammer zurückbringen, während er gleichzeitig die Hochzeit seiner Freundin Sam besuchen muss. Klingt merkwürdig? Ja, das ist es auch! Magnus Chase - Der Hammer des Thor ist der zweite Band der Magnus Chase-Reihe von Rick Riordan, auf den ich mich schon sehr gefreut habe. Wie mir der Roman gefallen hat und welcher besondere Charakter im neuen Roman auftaucht, erfahrt ihr in meiner heutigen Rezension.



WORUM GEHT ES?

Man sollte meinen, dass ein Gott seine mächtigste Waffe nicht aus den Augen lässt - tja, falsch gedacht, denn Thor hat mal wieder seinen Hammer verlegt! Ganz genau, mal wieder, denn es ist nicht das erste Mal. Blöd nur, dass der Hammer sich ausgerechnet in den Fängen seiner Feinde befindet. Die Riesen wollen mithilfe des Hammers über die Erde herfallen und so die Götterdämmerung auslösen. Damit wächst der Druck für Magnus Chase und seine Freunde, den Hammer schnellstmöglich wieder zu Thor zurückzubringen. Kaum verwunderlich ist allerdings, dass auch der Gott Loki dort seine Finger mit ihm Spiel hat. Aber was für ein Spiel Loki wirklich treibt, ahnt bis dato niemand.


REZENSION

Die Abenteuer von Magnus Chase gehen weiter! Nachdem im ersten Teil bereits von Thors verschwundenem Hammer die Rede war, geht es im zweiten Band nun darum, den Hammer zu finden und ihm Thor zurückzugeben. Dass dabei allerdings eine Hochzeit eine Rolle spielt, hatte wohl niemand erwartet. Die Wurzel allen Übels ist natürlich mal wieder Loki, der seine Tochter Samirah mit dem Erdriesen Thrym verheiraten will. Loki verfolgt aber einen noch viel gemeineren Plan, den die Helden erst sehr viel später herausfinden.

Ähnlich wie auch schon im ersten Band von Magnus Chase beginnt die Geschichte wieder einmal mit einem lauten Knall, nämlich einem Tod. Bei Magnus ist eben immer etwas los! Und ebenso, wie man es von Rick Riordan gewohnt ist, nimmt das Chaos immer weiter zu.
Nicht nur, dass Sam Magnus von ihrer bevorstehenden Hochzeit mit einem Riesen erzählt, die sie natürlich nicht selbst geplant hat, nein, sie müssen auch noch Thors Hammer irgendwie zurück bekommen, denn ohne ihn ist der Gott des Donners doch sehr machtlos. Aber weil es zu einfach wäre, sich nur um eine Mission zu kümmern, passieren zwischendrin immer wieder Dinge, die alles komplizierter machen. Nicht nur einmal, muss Magnus das Leben seiner Freunde retten.

Während dieser Mission müssen Magnus und seine Freunde immer wieder in den Neun Welten herum reisen. Es gefiel mir sehr, dass wir hier auch noch kurze Einblicke in andere nordische Welten erhalten, die wir noch nicht kennen, auch wenn mir die Beschreibungen da doch leider etwas zu kurz kamen. Ich hätte zum Beispiel gerne mehr über das Leben in Albenheim erfahren.

Besonders gefreut hat mich dagegen, dass wir neben Magnus und Sam auch den anderen Figuren begegnen, die ich im ersten Band schon ins Herz geschlossen habe. Allen voran natürlich Blitzen und Heathstone, die für mich nun mal einfach mit zu Magnus gehören. Ich fand es sehr schön, dass wir in diesem Band etwas mehr über Hearths leider nicht so schöne Kindheit erfahren. Das hat dem Charakter meiner Meinung nach nochmal mehr Tiefe gegeben und ich habe ihn nur noch mehr lieb gewonnen.
Neben den altbekannten Charaktere gibt es aber auch ein neues Gesicht im Hotel Walhalla: Alex Fierro. Das Besondere als Alex ist, dass sie genderfluid ist. Das bedeutet, dass sie nicht auf ein Geschlecht festgelegt ist, sondern sowohl Mädchen, als auch Junge ist. Sie ist aber nie beides gleichzeitig, sondern immer nur eins, also entweder Mädchen oder Junge. Sie selbst beschreibt ihr Geschlecht als fließend. Passend dazu ist Alex außerdem ein Werwesen und kann sich somit außerdem in eine andere Gestalt, beispielsweise ein Tier, verwandeln.

Ich finde, dass Alex eine wunderbare Ergänzung für Magnus und seine Freunde ist. Erst mal, weil sie mit ihrer lässigen Art und spitzen Bemerkungen neue Frische in die Runde bringt, aber auch weil sie ebenso wie alle anderen, eher eine Außenseiterrolle in der Gesellschaft einnimmt und nicht in das stereotypische Denken passt.
Besonders gefallen hat mir auch, wie im Roman mit Alex Genderfluidität umgegangen wird. Alle, bis auf Magnus gehen gar nicht weiter darauf ein und akzeptieren es schlichtweg vom ersten Moment an. Magnus dagegen ist sichtlich verwirrt darüber und stellt Alex hin und wieder Fragen. Ich finde es sehr gut, dass darauf eingegangen wird, denn es gibt unter den Lesern sicherlich auch viele, mich eingeschlossen, die bisher noch wenig bis gar keine Erfahrungen mit einer Person hatten, die sich als genderfluid bezeichnet und so zumindest einen kleinen Einblick bekamen. Allerdings muss man natürlich anmerken, dass die Figur Alex mit jedem anderen Genderfluid gleichzusetzen ist.
Neben Alex' Genderfluidität spielt aber auch das Thema Religion eine Rolle. Wie wir bereits wissen, ist Sam eine Muslima. Dass sich ihr Glaube mit dem Glauben an nordische Götter beißt, ist wohl offensichtlich. Aber auch dieses Thema greift Rick Riordan auf und erklärt im Roman, wie sich die mythologischen Göttern mit einem religiösen Gott (oder auch mehreren religösen Göttern) vereinbaren lassen. Es ist also ein kleiner Blick hinter die Kulissen, den Rick Riordan uns hier gewährt.

Da im Roman, wie bereits im ersten Band, aus Magnus' Perspektive erzählt wird, schwingt natürlich wieder eine große Portion Sarkasmus mit und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Oft musste ich über die Kapitelüberschriften lachen, die mal wieder herrlich sarkastisch sind! Man merkt dem Roman auch deutlich an, dass er, anders als die Percy Jackson-Bücher, mehr für Jugendliche, als für Kinder geeignet ist.
Allerdings muss ich auch erwähnen, dass mir dieses Mal das Erzähltempo doch sehr langwierig vorkam. Einige Szenen haben sich beim Lesen leider sehr gezogen und wurden bis aufs Äußerste ausgereizt. Man hätte da deutlich kürzere Episoden schreiben können und dafür noch ein paar mehr Impulse bringen können. Ich wäre auch nicht traurig gewesen, wenn der Roman hundert Seiten weniger hätte. So hatte ich beim Lesen leider das Gefühl, dass sich manches unnötig in die Länge zog, was die Geschichte prinzipiell aber nicht viel weiterbrachte.

Dagegen finde ich es fast schon ein bisschen schade, dass Magnus Chase nun im dritten Band sein vorerst letztes Abenteuer antritt. Ich freue mich darauf schon sehr, denn am Ende des zweiten Bandes gibt es bereits Anspielungen auf Die Abenteuer des Apollo. Man kann also vermuten, dass es da vielleicht zu ein paar Überschneidungen kommen wird. Ich wäre da auf jeden Fall nicht abgeneigt und bin schon sehr gespannt, wie im letzten Band mit Magnus Chase und seinen Freunden weitergehen wird!


FAZIT

Auch mit Der Hammer des Thor konnte Rick Riordan mich wieder einmal überzeugen. Ich mag Magnus als Charakter sehr gerne. Vor allem in Verbindung mit seinen Freunden, da sie zusammen ein gutes Team bilden, obwohl sie alle wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Roman konnte mich allerdings nicht ganz so begeistern wie der erste Band, dafür waren mir manche Stellen ganz einfach zu zäh und zu detailliert beschrieben. Da hätte ich mir andere Szenen detaillierter erzählt gewünscht. Magnus Chase - Der Hammer des Thor bekommt daher von mir immer noch sehr gute vier von fünf Kreuzen.




BUCHDETAILS

Titel: Magnus Chase - Der Hammer des Thor
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Verlag: Carlsen Verlag
Preis: 19,99€
Sonstiges: Hardcover, 512 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von Carlsen entnommen.

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