Donnerstag, 28. Dezember 2017

Rezension: Der Weihnachtosaurus


Weihnachten ist zwar nun vorüber, das heißt ja aber nicht, dass wir uns nicht schon auf das nächste Weihnachten freuen können! Genauso handhabt es nämlich auch Tom Fletcher, der Autor von Der Weihnachtosaurus. Den ganzen Monat über wurde dieses Buch so oft geteilt, da blieb auch ich nicht verschont. Ich war ganz gespannt darauf, was es mit William Trudel und dem Weihnachtosaurus auf sich hat. Wenn ihr wissen wollt, wie mir der Roman gefallen hat und wieso ich denke, dass es nicht nur eine Geschichte für Kinder ist, sondern auch Erwachsene durchaus etwas daraus mitnehmen können, solltet ihr unbedingt weiterlesen.



WORUM GEHT ES?

Es gibt genau zwei Dinge, die William Trudel ganz besonders liebt: Weihnachten und Dinosaurier. Zusammen mit seinem Vater wird Weihnachten jedes Jahr ganz groß zelebriert. In letzter Zeit hat William es allerdings sehr schwer, denn ein neues Mädchen macht ihm das Leben in der Schule zur Hölle. William hat keine Freunde mehr und wünscht sich daher vom Weihnachtsmann einen echten Dinosaurier, den er dann zum Freund haben kann.
Gleichzeitig finden die Weihnachtselfen von Santa am Nordpol ein mysteriöses Ei, welches der Weihnachtsmann höchstpersönlich ausbrütet. Am Nordpol staunen alle nicht schlecht, als plötzlich ein kleiner Dinosaurier aus dem Ei schlüpft, denn es hat schon seit Millionen von Jahren keinen echten Dinosaurier mehr gegeben. 
Am Weihnachtsabend, als der Weihnachtsmann die Geschenke an die braven Kinder verteilt, treffen der Weihnachtosaurus und William eher unbeabsichtigt aufeinander und erleben eine ganze Menge Abenteuer.


REZENSION

Allein rein optisch konnte Tom Fletchers Der Weihnachtosaurus schon von Anfang an bei mir punkten. Nicht nur das Cover ist sehr süß illustriert, nein, auch im Roman selbst lassen sich viele Illustrationen zu den Szenarien finden, was das Lesen an sich gleich viel anschaulicher und dadurch auch kindgerechter macht.
Auf keinen Fall sollte man sich vom Umfang des Romans beirren lassen. Ja, er wirkt sehr dick, aber durch die Illustrationen und der relativ großen Schrift im Inneren, ist er im Endeffekt gar nicht so lang. Ich finde sogar, dass die Geschichte genau das richtige Maß hat und bin mit dem Lesen sehr zügig voran gekommen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und auch sprachlich ist der Roman sehr einfach gehalten.

Williams Geschichte ist berührend. Er hat sehr früh seine Mutter durch einen Unfall verloren, durch den er selbst seither im Rollstuhl sitzt. Eigentlich hat er damit kein Problem, denn er kennt gar nichts anderes mehr. Auch seine Freunde und Mitschüler in der Schule kennen und akzeptieren ihn so.
Doch dann kommt ein neues Mädchen an die Schule, Brenda, und macht William das Leben zur Hölle. Der sonst so fröhliche Junge zieht sich immer mehr zurück und wird richtig unglücklich.
Das hat mir beim Lesen teilweise wirklich das Herz gebrochen. Ich mochte William wirklich sehr und konnte mich ganz gut in ihn hineinversetzen. Vor allem, dass er darüber nachdenkt, wie sehr sein Vater sich für ihn aufopfert, ohne an sein eigenes Glück zu denken und möglicherweise einsam wird, fand ich sehr traurig, zumal William doch selbst sehr einsam ist, sich aber mehr Gedanken um andere macht.

Im zweiten Handlungsstrang der Geschichte geht es um den kleinen Weihnachtosaurus, der am Nordpol gefunden wird und seither beim Weihnachtsmann lebt. Dort ist er nämlich vor all den Gefahren in der Welt geschützt, denn nicht jeder kann einfach so zum Nordpol kommen und das Dorf des Weihnachtsmannes besuchen.
Doch auch der Weihnachtosaurus fühlt sich irgendwann sehr einsam, denn er ist der Einzige seiner Art. Es gibt schließlich schon sehr lange keine anderen Dinosaurier mehr. Umso mehr freut er sich, als der Weihnachtsmann das Geschenk für William bastelt, einen Plüsch-Dino, den er nach dem Ebenbild des Weihnachtosaurus geschaffen hatte. Klar, dass der Weihnachtosaurus das Plüschtier zu seinem Freund macht und bitter traurig wird, als sein neuer Freund verpackt und auf den Schlitten des Weihnachtsmannes transportiert wird. Der Weihnachtosaurus möchte sich nur noch kurz von seinem Freund verabschieden und klettert daher auf  den Schlitten. Ehe er sich versieht, fliegt er auch schon im Schlitten über die Städte hinweg und landet schließlich selbst bei William.

Der Weihnachtosaurus ist tatsächlich eine sehr süße Geschichte, die sowohl sehr schön, aber auch super traurig sein kann. Mich hat der Roman öfter zu Tränen gerührt, besonders in der Zeit, als William von Brenda fies gemobbt wurde. Das brachte mich auch dazu, Brenda nicht besonders zu mögen, selbst wenn sie im Roman selbst noch eine Entwicklung durchmacht.Aber leider ist es tatsächlich eine Geschichte, die man im wahren Leben immer wieder so vorfindet.
Dagegen mochte ich William und Mr. Trudel wirklich sehr, weil sie beide so durch und durch gute Menschen waren, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind. Besonders Mr. Trudels unverbesserlicher Optimismus war wirklich schön zu lesen und hat mir selbst immer ein besseres Gefühl gegeben.

Eine wichtige Botschaft, die in dem Roman mitschwingt, ist, dass es eigentlich nichts gibt, was unmöglich ist, solange man ganz einfach daran glaubt, dass es möglich ist. Wenn man nur daran glaubt, ist alles möglich. Und genau diese Botschaft sollte wohl jeder von uns verinnerlichen, denn ich finde sie ganz wunderbar.

Was mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat, war der ganze Plot mit dem Jäger, der es zuerst auf die Rentiere des Weihnachtsmannes und dann natürlich auf den Weihnachtosaurus abgesehen hat. Natürlich musste es in dieser Geschichte einen Fiesling geben und der Jäger ist ein richtig böser Fiesling, aber mir persönlich war dieser Plot doch etwas zu unausgereift.

Nichtsdestotrotz merkt man dem Roman an, dass Tom Fletcher selbst ein wahnsinnig großer Fan von Weihnachten ist. Wer ihm auf seinen Social Media Kanälen folgt, wird es spätestens dort nochmal deutlich mitbekommen haben. Für mich hat Fletcher den Geist der Weihnacht in seiner Geschichte sehr schön eingefangen. Es ist ein tolles Kinderbuch, in dem auch Erwachsene durchaus auf ihre Kosten kommen können. Es ist witzig, traurig, schön - eine perfekte Mischung für eine schöne Weihnachtsgeschichte.


FAZIT

In Der Weihnachtosaurus zeigt uns Tom Fletcher, dass Weihnachten und Dinosaurier durchaus gut zusammenpassen. Der Roman erzählt die Geschichte von William Trudel, der sich zu Weihnachten einen echten Dinosaurier wünscht, ohne zu wissen, dass sich am Nordpol tatsächlich ein waschechter Dinosaurier befindet, der dann auch noch, wenn auch eher ungewollt, den Weg zu ihm findet. Eine schöne Geschichte, die mit viel Witz erzählt, jedoch die unschönen Momente im Leben nicht außen vor lässt. Alles in allem eine gelungene Weihnachtsgeschichte, die von mir definitiv in mein Repertoire an Weihnachtsbüchern aufgenommen wird. Deshalb erhält Der Weihnachtosaurus von mir vier von fünf Kreuzen bekommt.



BUCHDETAILS

Titel: Der Weihnachtosaurus
Autor: Tom Fletcher
Illustrationen: Shane Devries
Übersetzung: Franziska Gehm
Verlag: cbt
Preis: 14,99€
Sonstiges: Hardcover, 384 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von Random House entnommen.
Vielen Dank an cbt und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

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