Samstag, 16. Juni 2018

Rezension: Mausmeer

Nachdem Tamara Bach im vergangenen Jahr mit ihrem Roman Vierzehn bereits einige Erfolge feiern konnte, ist in diesem Jahr ihr neustes Werk Mausmeer erschienen. Der Roman handelt von den Geschwistern Ben und Annika, die die Ostertage noch einmal in dem Haus ihres verstorbenen Großvater verbringen und bemerken, dass nicht nur sie sich über die Jahre verändert haben. In meiner Rezension zu Mausmeer erzähle ich euch heute, worum es in dem Roman geht und natürlich auch, wie er mir gefallen hat.



WORUM GEHT ES?

Mit Achtzehn ist man erwachsen, da fängt das Leben erst richtig an. So heißt es doch immer. Ben allerdings geht es gar nicht so. Er fühlt sich eher, als würde er jetzt schon total festhängen und weiß so gar nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er nutzt die Gunst der Stunde, um mit seiner Schwester Annika über die Ostertage zum alten Haus ihres verstorbenen Großvaters zu fahren. Noch einmal an den Ort zurück, der ihm als Kind solche Freude bereitet hatte, an dem immer alles schön war. Doch schon bald stellen die Geschwister fest, dass der Zauber aus ihrer Kindheit auch an diesem Ort bereits verflogen ist.

„Nein heißt nein, will ich ihm sagen. Haben sie dir das nicht beigebracht?“
Tamara Bach: Mausmeer, S. 80


REZENSION

Bereits die Aufmachung des Romans hat mir sehr gut gefallen. Ein simples Cover, das einem noch nichts über die Handlung an sich verrät. Eine gefüllte Tasche gezeichnet auf einem zerknüllten Blatt Papier. In der Tasse, das Meer während eines Sturms. Nimmt man den Umschlag ab, findet man dieses Motiv ebenfalls auf dem Buch selbst. Auch das fand ich sehr schön.

Wer glaubt, dass Mausmeer aufgrund der wenigen Seitenzahlen leichte Lektüre ist, der hat weit gefehlt. Dessen war ich mir aber schon bewusst, noch ehe ich den Roman angefangen habe. Anfangs hatte ich doch Schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin warm zu werden, weil er sich doch sehr von der mir gewohnten Schreibart abhebt. Nach ein paar Seiten war das Problem allerdings behoben.
Was allerdings trotzdem nicht so ganz einfach war, war dieser stetige Perspektivenwechsel innerhalb der Kapitel. Mal wurde aus der Sicht von Ben geschrieben, dann war es wieder Annika, die erzählt hat. Manchmal war das für mich eher schwer auseinander zu halten, was leider etwas verwirrend und anstrengend war.
Mausmeer erzählt bloß eine kleine Episode, eine kurze Zeitspanne von wenigen Tagen. Das war sehr angenehm. Es gab nicht so viel, was auf den wenigen Seiten passiert ist, die der Roman beinhaltet. Man wird also nicht von Informationen erschlagen. Andererseits jedoch war es dennoch etwas zu ereignislos. Ich wusste nicht, wohin mich der Roman führen möchte, was er mir sagen möchte. Es war ein Hin und Her und doch führte es nirgendwohin.

Erzählt wird übrigens aus der Sicht der Geschwister Ben und Annika, über die man während der Geschichte auch einiges erfährt. Ben ist gerade achtzehn geworden, steht kurz vor dem Abi und obwohl sein Erwachsenenleben gerade erst beginnen soll, weiß er eigentlich so gar nichts mit sich anzufangen. Er ist dabei, die Schule abzubrechen, hat aber sonst keine weiteren Pläne und das frustriert ihn.
Seiner Schwester Annika geht es ähnlich. Sie ist bereits Studentin und schreibt gerade ihre Abschlussarbeit. Doch was sie danach machen will, das weiß auch sie noch nicht so genau. Für ihre Eltern jedoch ist Annika stets die Vernünftige, während Ben der Unruhestifter ist. Beide haben diese Stempel aufgedrückt bekommen, wollen ihnen aber eigentlich gar nicht gerecht werden.
In einer Nacht und Nebel-Aktion fährt Ben mit seiner Schwester zum alten Haus ihres verstorbenen Großvaters - raus aus ihrem Alltag, weg von ihren Verpflichtungen. Zurück zu dem Ort ihrer Kindheit, mit dem sie immer große Freude verbinden. Doch wie sich herausstellt, ist auch dort die Zeit nicht stehen geblieben. Die Menschen sind älter geworden, der Ort ist älter geworden. Nichts von dem Zauber ihrer Kindheit ist noch geblieben, bis auf die Erinnerungen, die sie daran haben.

In Mausmeer erzählt Tamara Bach nicht nur von den Hürden des Erwachsenwerdens, es geht auch um Familie. Wie sich eine Beziehung zwischen Geschwistern verändern kann, wenn beide älter werden. Es geht aber auch darum, dass man eben auch aus dem, was einem als Kind gefallen hat, herauswachsen kann. Selbstfindung, zu wissen, was man in seinem Leben will und was man gar nicht möchte und das auch durch zu ziehen. Manchmal ist es sogar gut, wenn sich etwas ändert; manchmal ist es aber auch ganz schön, wenn einem etwas aus der Kindheit noch erhalten bleibt.


FAZIT

In Mausmeer erzählt Tamara Bach eine kurze Episode aus dem Leben der Geschwister Ben und Annika. Es geht darin nicht nur um das Erwachsenwerden an sich, sondern auch um die Familie, Reibereien zwischen Geschwistern, Probleme mit den Eltern. Durch den kurzen Umfang ist der Roman tatsächlich schnell gelesen, leichte Lektüre ist er dennoch nicht. Ein undurchsichtiger Perspektivenwechsel, sowie das Ausbleiben spannender Plots haben mir das Lesen allerdings doch etwas erschwert. Deshalb konnte mich Mausmeer nicht ganz so überzeugen und bekommt drei von fünf Kreuzen.




BUCHDETAILS
Titel: Mausmeer
Autor: Tamara Bach
Verlag: Carlsen
Preis: 12,99€
Sonstiges: Hardcover, 144 Seiten
Die Buchdetails sind der Webseite von Carlsen entnommen.
Vielen Dank an Ramona Nicklaus und Carlsen für das Rezensionsexemplar!

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