Montag, 6. Mai 2019

Die Vergangenheit lässt eine nie ganz los | Vanitas - Schwarz wie Erde

Mit Vanitas - Schwarz wie Erde erschien in diesem Jahr ein neuer Thriller von Ursula Poznanski. Da mich der Thriller bereits auf der Frankfurter Buchmesse angesprochen hat und ich ohnehin ein großer Fan der Autorin bin, führte für mich natürlich kein Weg daran vorbei. Für mich war Vanitas tatsächlich das erste „Erwachsenenbuch“ der Autorin, da ich bisher ausschließlich ihre Jugendbücher verschlungen habe. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf diese neue Geschichte und möchte euch heute erzählen, wie mir Vanitas - Schwarz wie Erde so gefallen hat.


Der Thriller beginnt bereits mit einem düsteren Prolog, der so ziemlich die ganze Atmosphäre der Geschichte erahnen lässt. Gleich darauf lernen wir die Protagonistin Carolin Bauer kennen und erfahren relativ früh, dass sie unter einem anderen Namen in Wien lebt, da man sie in ihrer Heimat Frankfurt für tot hält. Wieso es dazu gekommen ist, erfährt man immer wieder stückchenweise, was natürlich einerseits die Spannung steigert, mir persönlich aber doch noch zu wenig Input war. Ich hätte prinzipiell gerne mehr zu ihrer Vergangenheit erfahren, mehr von der Caro damals und nicht ausschließlich von der Caro heute.

Caro wird von Robert, dem Polizisten, der ihr das neue Leben ermöglicht hat, nach München geschickt. In der Münchener Bauindustrie häufen sich kuriose Unfälle auf den Baustellen und es gehen die Gerüchte um, dass die konkurrierenden Bauherren daran nicht ganz unschuldig sind. Caro soll sich als Nachbarin der Bauunternehmerstochter Tamara Lambert mit dieser anfreunden, um an wertvolle Informationen zu kommen. Dass sie sich dabei auf ein unangenehmes Abenteuer einlässt, bei welchem sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, ahnt sie zunächst nicht.
„Es ist eine Warnung, und ich weiß, von wem sie kommt.“
Ursula Poznanski: Vanitas - Schwarz wie Erde, S. 12
Ein sehr prägnantes Motiv in dem Thriller stellen Blumen dar. Carolin arbeitet in einem Blumenladen in Wien und versteht daher viel von Blumen und ihrer Bedeutung. Dass man durch die Bedeutung von Blumen auch kommunizieren kann, wird hier in der Geschichte sehr deutlich, denn Caro bekommt von Robert Blumen geschickt, die stets eine Botschaft für sie enthalten. Das hat mir tatsächlich sehr gut gefallen, weil es mal eine ganz andere Art der Kommunikation war und sich das Motiv auch stetig durch den gesamten Roman gezogen hat. Eine originelle Idee!

Generell gefällt mir ebenso das ganze Geflecht der Bauindustrie und wie die einzelnen Unternehmen in Konkurrenz miteinander stehen. Das wirkte für mich tatsächlich sehr realistisch oder zumindest entsprach es genau der Richtung, in der ich mir das Ganze ebenfalls vorstelle. Irgendwie ist alles miteinander verwoben, wenn auch nicht immer auf die gute Art und Weise.

Spannend fand ich ebenso den Bruch in manchen Kapiteln, als plötzlich ein Cut kam und jemand anderes von einem völlig anderem Szenario erzählte. Das wirkte fast schon wie in einem Film, zumindest konnte ich mir diesen Cut zu einer neuen Szene tatsächlich sehr gut bildlich vorstellen und fand die Vorstellung auch wirklich gut.
Etwas schwerfällig dagegen fand ich das allgemeine Erzähltempo des Thrillers. Obwohl er wirklich gut geschrieben ist, waren mir einige Passagen doch zu langatmig erzählt. Es zog sich ungemein in die Länge, was mir hier und da dann doch die Lust zum Lesen nahm, sodass ich ungewöhnlich lange brauchte diesen Roman zu beenden. Das hat mich offen gestanden doch ein wenig enttäuscht, weil ich Ursula Poznanskis Romane bisher immer regelrecht verschlungen habe. 


» 3 DINGE, DIE MIR ... «

+ gut gefallen haben nicht so gut gefallen haben
    + Ein klarer, unkomplizierter Schreibstil, der einem den Einstieg in den Roman sehr leicht macht.
    + Darstellung der Protagonistin mit ihren psychischen Ängsten.
    + Überraschende Wendungen und beabsichtigtes In-die-Irre-führen der Autorin.
     Handlung kam nur schleppend voran und erst auf den letzten 100 Seiten kam so richtig Fahrt auf.
     wenig Hintergrundgeschichte zur Protagonistin. 
     Auflösung wirkt etwas schwammig und kommt zu plötzlich.


» ZUSAMMENFASSUNG «

Vanitas - Schwarz wie Erde ist der solide Auftakt einer neuen Reihe von Ursula Poznanski. Man merkt hier ganz deutlich, dass die Autorin auch düstere Geschichten für ein älteres Publikum verfassen kann. Mich persönlich konnte der Thriller leider nicht umhauen. Dazu waren für mich einige Dinge nicht ganz stimmig. Ich hätte mir gewünscht, dass der ganze Roman ein solches Tempo behält, wie es auf den letzten 100 Seiten der Fall war, denn die haben mich regelrecht gefesselt. Davor war es mir teilweise doch zu langatmig, sodass ich nur schwer mit dem Lesen vorankam.  Loben möchte ich dennoch die Darstellung von Caros psychischen Ängsten, die meiner Meinung nach sehr realistisch gestaltet wurde und dem Charakter so auch viel mehr Tiefe verliehen hat. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es nun weitergeht und freue mich auf den zweiten Teil, der mich hoffentlich mehr überzeugen kann.



» BUCHDETAILS «

Titel: Vanitas - Schwarz wie Erde
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 14,99€
Sonstiges: Klappenbroschur, 384 Seiten

Die Buchdetails sind der Webseite von Droemer Knaur entnommen.
Vielen Dank an Patricia Keßler für das Rezensionsexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

-->