Freitag, 23. August 2019

» Was ist, wenn die Zukunft der Menschheit von dir alleine abhängt? » Eve of Man - Die letzte Frau

Bereits seit letztem Jahr steht das englische Original von Eve of Man ungelesen in meinem Regal. Es ist das erste gemeinsame Werk des Autoren-Ehepaares Giovanna und Tom Fletcher und das Besondere daran ist, wie ich finde, dass es mal etwas völlig anderes ist, als man es sonst von den beiden gewohnt ist. Da ich den beiden schon länger über Social Media folge, war ich natürlich wahnsinnig neugierig auf die Geschichte und jetzt, wo Eve of Man auch auf dem deutschen Markt angekommen ist, führte für mich kein Weg mehr daran vorbei, in die Geschichte einzutauchen! Wie mir der Roman gefallen hat, erzähle ich euch gerne in meiner Rezension.


Die Welt, wie wir sie heute kennen, gibt es nicht mehr. Alles hat sich verändert, nicht nur äußerlich. Am schwersten wiegt jedoch das Phänomen, dass seit 50 Jahren kein einziges Mädchen mehr geboren wurde. Jeder Nachwuchs war ausschließlich männlich. Die Ursachen dafür kann niemand so genau benennen. Fest steht jedoch, dass das Aussterben der Menschheit immer näher rückt und das versetzt natürlich jeden in Angst. Alles scheint ausweglos zu sein, bis schließlich nach 50 Jahren das erste Mädchen geboren wird. Eve.

„Und es war geschehen. Entgegen aller Erwartungen hatte sie überlebt. Das erste Mädchen seit fünfzig Jahren. Sie wurde Eve genannt. Sie verkörperte die Wiedergeburt der Menschheit. Sie war die Antwort auf all die Gebete. Nur sie zählte - sie war ihre letzte Hoffnung. Eve war zur Retterin der Menschheit bestimmt. Ich bin Eve.“
Giovanna & Tom Fletcher: Eve of Man, S. 10f.

Der Roman handelt von Eve, ihrem aktuellen Leben sowie ihrer Vergangenheit. Wir erfahren, wie sie aufgewachsen ist, isoliert von der Außenwelt. Schließlich ist Eve die Retterin der Menschheit. Dank ihr wird es weitere Nachkommen geben, hoffentlich weitere weibliche, um den Erhalt der Menschheit zu gewährleisten. Ganz schön viel Verantwortung für ein junges Mädchen, doch Eve wurde von Kindesbeinen an genau darauf vorbereitet.
Die neuste Technik wurde dazu für sie angefertigt. So wurde ihr eine computertechnische Figur als Freundin namens Holly erschaffen, die von verschiedenen Piloten gesteuert wird. Einer von Hollys Piloten ist Bram. Ein Junge, der von Kindesbeinen an Eves Freundin gemimt hat und sie daher besser kennt, als jeder sonst. Darüber hinaus ist er der Sohn des Mannes, der all das erst möglich gemacht hat. Doch glücklich ist er damit nicht, denn auch Bram hat eine große Bürde zu tragen. Immer häufiger stößt es ihm übel auf, wie er dazu angehalten wird, Eve zu manipulieren, denn das hat sie seiner Meinung nach keinesfalls verdient. Immer mehr wird ihm klar, dass der große Plan seines Vaters nicht dem allgemeinen Wohl der Menschheit gilt, sondern vielleicht nur seinem eigenen Ego. Und auch Eve realisiert, dass hinter all dem doch mehr steckt, als man ihr sagt.

Als Bram und Eve schließlich aufeinander treffen, wird das Leben der beiden gehörig auf den Kopf gestellt. Es beginnt ein Spiel gegen die Zeit, denn Eve soll schon bald ihre Pflicht erfüllen und endlich ihrer Mutterrolle gerecht werden. War sie anfangs noch überzeugt davon, diese Pflicht zu erfüllen, werden die Zweifel in ihr immer lauter. Was ist Wahrheit und was ist Lüge? Ist die Welt vielleicht gar nicht so, wie man sie ihr jahrelang erzählt hat? Und was wird aus der Welt, wenn sie ihrer Pflicht nicht mehr nachkommen will?


» 3 DINGE, DIE MIR ... «

+ gut gefallen haben nicht so gut gefallen haben
+ das dystopische Setting und generell das ganze Konzept, in der nur noch Jungen geboren werden, bis schließlich das erste Mädchen seit Jahren geboren wird.
+ der Schreibstil beider Autoren, der zwar unterschiedlich ist, aber doch sehr harmoniert.
+ die versteckte Gesellschaftskritik, die zwischen den Zeilen mitschwingt.
der Anfang war etwas langatmig, sodass die Geschichte nur langsam Fahrt aufgenommen hat.
mir hat Brams Perspektive anfangs gar nicht gefallen bzw. ich fand sein Leben eher langweilig und wollte viel lieber mehr über Eve erfahren.
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» ZUSAMMENFASSUNG «

Eve of Man von Giovanna und Tom Fletcher hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Es war einer dieser Romane, die man nicht beenden wollte, weil die Geschichte so gut war. Besonders auf den letzten hundert Seiten ist so viel passiert und es ging so actionreich zu, dass ich es genießen wollte und bewusst nur ganz langsam vorangekommen bin. Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Roman so begeistert, doch das hat er definitiv.
Auch das dystopische Setting konnte mich überzeugen. Wo die Geschichte spielt, konnte man anhand kleiner Tipps herausfinden und genau das fand ich super. Überhaupt konnte man zwischen den Zeilen sehr viel herauslesen, was mir sehr gefallen hat.
Dass die Geschichte sowohl aus Eves als auch aus Brams Perspektive erzählt wird, passt wunderbar und die Schreibstile der Autoren harmonieren, meiner Meinung nach, perfekt. So werden Geschehnisse ergänzt und nochmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet, was der Geschichte und den beiden Protagonisten mehr Tiefe verleiht. Auch wenn mich Bram anfangs eher wenig interessiert hat, änderte sich das zum Ende hin komplett. Generell fand ich es anfangs spannender etwas über Eves Leben in der Kuppel zu erfahren, später hat sich das jedoch komplett gedreht und ich wollte lieber weiter Brams Kapitel lesen. Überhaupt ist die Entwicklung beider Charaktere sehr gut gelungen.

Ihr merkt, Eve of Man hat mir sehr gut gefallen. Es ist endlich mal wieder eine gute Dystopie mit einem durchdachten und interessanten Konzept, das durchaus auf Probleme in der Gesellschaft hinweist und meiner Meinung nach auch sehr gut und realistisch darstellt, wozu die Menschen in der Lage sind, wenn sie die Macht haben, selbst Gott zu spielen. Wer also auf der Suche nach einer neuen Dystopie-Reihe ist, dem kann ich Eve of Man nur empfehlen!



» BUCHDETAILS «

Titel: Eve of Man - Die letzte Frau
Autoren: Giovanna & Tom Fletcher
Übersetzung: Friedrich Pflüger
Verlag: dtv
Preis: 18,95€
Sonstiges: Hardcover, 448 Seiten

Die Buchdetails sind der Webseite von dtv entnommen.
Vielen Dank an Stefanie Broller für das Rezensionsexemplar!


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