Mittwoch, 29. Januar 2020

» OMG, diese Aisling!

OMG - was war ich doch gespannt auf Aisling und ihre Geschichte. In diesem Sommer wurde dieses Buch so oft über Social Media verbreitet, kein Wunder, dass ich nicht daran vorbei kam. Aisling wird von vielen geliebt, aber konnte sie auch mein Herz für sich gewinnen? Tja, wenn ihr das erfahren wollt, solltet ihr unbedingt weiterlesen.


Jede von uns kennt eine Aisling - davon sind die Autorinnen Sarah Breen und Emer McLsysaght überzeugt. Für mich klang Aisling nach einer ziemlich coolen Person, die möglicherweise gerade in einer Art Selbstfindungsphase ist. Geboren in einem kleinen irischen Ort zieht es sie im Laufe des Romans in die Großstadt Dublin. Das schreit doch förmlich nach Abenteuer.
Doch leider habe ich darauf vergeblich gewartet. Zwar werden die Unterschiede zwischen Aislings Heimat und der Großstadt deutlich, aber die große Veränderung kommt mit ihrem Umzug nicht. Aisling steckt immer noch viel zu sehr in ihrer Vergangenheit fest, was mich auf Dauer leider doch etwas genervt hat.

Besonders Aislings Beziehung zu John ist für mich hier der größte Störfaktor. Meiner Meinung nach beschränkt sich die ganze Figur Aisling bloß auf diese Beziehung. Auch dann, wenn sie nicht mehr mit John zusammen ist, ist er dennoch ihr einziger Dreh- und Angelpunkt, was für mich nicht gerade für einen feministischen Ansatz spricht. Das ist sehr schade, denn Aisling bieten sich im Laufe des Romans doch noch andere Möglichkeiten ihr Glück zu finden, auch außerhalb der Männerwelt, weshalb schränkt sie sich also selbst so sein?
Was mich an Aisling ebenfalls gestört hat, ist ihre Kalorienzählerei. Das war auf Dauer schon irgendwie unangenehm.

Cool dagegen fand ich Aislings Freundinnen, mit denen sie später zusammenwohnt. Die verkörperten für mich schon eher das, was ich mir ursprünglich unter Aisling vorgestellt hatte. Und auch deren Charakterentwicklung fand ich weitaus besser gestaltet als Aislings. Leider konnten mich die Nebenfiguren also durchaus mehr von sich überzeugen als die Protagonistin und Namensgeberin des Romans.

Gegen Ende hatte ich dann doch das Gefühl, dass man sich beim Lesen die ganze Zeit im Kreis drehte. Zwar hat man am Ende über 300 Seiten gelesen, es fühlte sich aber so an, als wäre zwischen Anfang und Ende nichts passiert und jede Entwicklung, mochte sie noch so klein sein, wurde zunichte gemacht. Das ist schade, denn der Roman, und vor allem Aisling, gab doch so viel mehr her, doch das Potenzial wurde ungenutzt gelassen. 



» ZUSAMMENFASSUNG «

Leider konnten mich Sarah Breen und Emer McLysaght mit ihrer Aisling nicht ganz abholen. Aisling war für mich als Figur oft nicht greifbar, ihre Entscheidungen nicht nachvollziehbar und oft konnte ich nur den Kopf schütteln. Dass viele den Roman als super feministisch sehen, kann ich leider nicht so unterschreiben, denn Aisling verkörpert für mich fast schon das Gegenteil davon. Ich hatte viel eher das Gefühl, der Roman dreht sich die ganze Zeit im Kreis und dementsprechend war ich mit dem Ende auch sehr unzufrieden. Es war viel Potenzial da, welches meiner Meinung nach aber leider nicht richtig ausgeschöpft wurde. Das ist sehr schade, denn ich hätte mich gerne von Aisling bezaubern lassen. So habe ich eher das Gefühl am Ende des Romans genau dort zu stehen, wo ich am Anfang stand, ohne dass zwischendrin viel passiert ist.



» BUCHDETAILS «

Titel: OMG, diese Aisling!
Autorinnen: Sarah Breen & Emer McLysaght
Übersetzung: Barbara König
Verlag: bold
Preis: 14,90€
Sonstiges: Klappenbroschur, 336 Seiten

Die Buchdetails sind der Webseite von dtv entnommen.
Vielen Dank an Stefanie Broller für das Rezensionsexemplar!

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