Montag, 8. Juni 2020

Ein Roadtrip der besonderen Art » Morgen irgendwo am Meer

Der Titel Morgen irgendwo am Meer klingt doch für jeden von euch nach einem sehr schönen Sommerroman. Eine Geschichte von Jugendlichen, die im Sommer eine Reise ans Meer machen. Das hatte ich mir zumindest vorgestellt und so fernab davon ist die Geschichte, die uns Adriana Popescu hier erzählt auch gar nicht, doch ganz so einfach und schön ist es eben auch nicht. Wieder einmal wird sehr deutlich, dass jeder nun mal irgendwie Ballast mit sich trägt und dieser hier ist besonders schwer. Was euch mit Morgen irgendwo am Meer erwartet, das erzählte ich euch heute!


Romy, Konrad, Nele und Julian machen einen gemeinsamen Roadtrip nach Lissabon. Allerdings passen die Vier auf den ersten Blick so gar nicht zusammen. Romy und Julian sind ein Paar, Konrad war früher offensichtlich mal mit Romy befreundet, jetzt jedoch nicht mehr so. Dennoch ist er derjenige, der diesen Roadtrip überhaupt in die Wege leitet. Allerdings wollte er nur mit Romy allein und nicht auch noch mit Julian fahren. Doof, dass der aber als Einziges ein eigenes Auto besitzt. Dass Julian Konrad nicht leiden kann, wird sehr schnell klar. Für ordentlich Spannung im Auto ist also ohnehin bereits gesorgt. Das merkt auch die junge Nele, die schließlich dazu steigt. Nele war auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit und Julian hat beschlossen, sie mitzunehmen. Zu viert unternehmen sie also eine mehr als emotionale und teilweise auch actionreiche Reise nach Portugal.

Dass Adriana Popescu zu einer meiner Lieblingsautorinnen und -autoren gehört, das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Dementsprechend durfte natürlich auch Morgen irgendwo am Meer nicht in meiner Sammlung an Jugendbüchern fehlen! Ich habe mich schon sehr auf den Roman gefreut und wusste von vornherein, dass er mich überzeugen wird. Denn mal ehrlich, Adriana, du hast mich bisher noch nie enttäuscht!

„Manchmal liest man eine Geschichte, ohne zu wissen, dass man ein Teil davon ist, und erhofft sich ein anderes Ende dafür. Kann man die Vergangenheit umschreiben?“
Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer, S. 152


» DINGE, DIE MIR gut gefallen haben «

+ Charakterentwicklung
Ich mochte ganz besonders die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Vor allem ist mir aufgefallen, wie sehr sich meine Meinungen zu den einzelnen Figuren im Laufe des Romans doch verändert haben. Anfangs war ich eher auf Julians Seite und empfand Konrad ebenso als Störenfried, am Ende war es dann aber doch total andersherum. Sobald ich mehr über die einzelnen Charakter erfuhr, desto mehr beeinflusste das meine Sympathie für sie. Aber das lag nicht an meiner Stimmung, nein, die Figuren machten durchaus eine Wandlung durch – in die gute oder auch die schlechte Richtung. Es muss eben auch Charaktere geben, die man nicht so mag oder mögen soll. Sonst wäre das doch auch langweilig.

+ wichtige und ernste Themen werden thematisiert
Wieder einmal schafft es Adriana Popescu sehr sensibel mit wichtigen und ernsten Themen, wie psychischen Erkrankungen oder auch dem Tod umzugehen. Gerade im Jugendroman gehört, wie ich finde, ein besonderes Fingerspitzengefühl dazu, dass man beim Lesen nicht völlig den Halt verliert oder unglaublich traurig und hilflos zurückgelassen wird. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Adriana Popescu besitzt dieses Fingerspitzengefühl und schafft es nicht nur, dass sich ihre Charaktere mit diesen Themen auseinandersetzen, sondern auch der Leser. Jedenfalls ging es mir so. Ich habe auch noch einen Tag danach intensiv über das Buch nachgedacht – und das ist etwas Gutes! Bücher sollen einen zum Nachdenken anregen und beeinflussen können. 

+ leicht erzählt und dabei immer noch sehr sensibel
Trotz dass hier einige ernste Themen aufgegriffen werden, lebt der Roman dennoch von seiner Leichtigkeit zwischen den Zeilen. Humor kommt keinesfalls zu kurz und auch das große Nerd-Herz kommt hier total auf seine Kosten. Wie bereits erwähnt, wird sehr sensibel mit diesen Themen umgegangen und es wirkt auch keinesfalls unnatürlich in die Geschichte gezwängt, sondern ergibt am Ende ein rundes Bild. Ein guter Mix aus fröhlicher und trauriger Stimmung.


» DINGE, DIE MIR Nicht so gefallen haben «

- keine Triggerwarnung
Groß zu meckern habe ich tatsächlich nichts. Was ich mir aber doch durchaus gewünscht hätte, wäre eine Triggerwarnung zu Beginn des Romans. Das geht auch nicht in Richtung der Autorin, sondern eher an den Verlag. Romys Krankheit, die Gespräche über Suizid und den Tod sind etwas, worauf einige sehr sensibel reagieren und davon getriggert werden. Daher wäre es gut gewesen, dass am Anfang kurz zu erwähnen. Mich persönlich betrifft dies nicht, doch sicherlich einige andere, die dankbar für einen kurzen Hinweis gewesen wären.


» ZUSAMMENFASSUNG «

Alles in allem hat mich Morgen irgendwo am Meer sehr überzeugt. Ich wurde von einigen Wendungen sehr überrascht, vor allem aber davon, wie tiefgründig und ernst die Geschichte doch teilweise geworden ist, und sich dann wiederum so leicht und harmonisch anfühlen konnte. Genau das finde ich super. Der Roman gibt einem so ein wenig Sommer-Feeling, aber eben auch nicht zu viel. Es geht um Freundschaft, Liebe, aber auch um den Tod. Vor allem aber geht es darum, zu sich selbst zurückzufinden und das finde ich ganz wunderbar. Wer also etwas lesen möchte, das ein bisschen mehr Tiefgang hat, der wird hier fündig.



» BUCHDETAILS «

Titel: Morgen irgendwo am Meer
Autorin: Adriana Popescu
Verlag: cbj
Preis: 13,00€
Sonstiges: Klappenbroschur,480 Seiten

Die Buchdetails sind der Webseite von Random House entnommen.
Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

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