Donnerstag, 5. Juli 2018

Rezension: Magnus Chase - Das Schiff der Toten


Dem finalen Band der Magnus Chase-Reihe habe ich gespannt entgegen gefiebert. Immerhin steht für Magnus und seine Freunde nun der große Kampf gegen Loki bevor, damit verspricht Rick Riordan uns doch schon eigentlich viel Action und Spannung. Ob Magnus Chase - Das Schiff der Toten dieses Versprechen allerdings halten kann, das erfahrt ihr in meiner heutigen Rezension.


WORUM GEHT ES?

Der heimtückische Gott Loki ist auf dem Vormarsch. Nachdem er über die letzten Jahrtausende in Fesseln lag und gefangen war, schert er nun Truppen um sich, um mit dem großen Kriegsschiff Naglfari in See zu stechen. Loki will die Götterdämmerung auslösen und damit das Ende der Welt einläuten. Magnus Chase und seine Freunde sollen dies verhindern! Sie müssen sich gegen Loki und seine Truppen stellen und das Schiff der Toten suchen, denn nur so können sie Lokis Plan vereiteln. Dabei begeben sie sich selbst auf eine ereignisreiche und gefährliche Reise, in der jeder von ihnen über sich hinaus wachsen muss. Doch können sie Loki tatsächlich stoppen und ihm erneut seine Fesseln anlegen, um die Götterdämmerung noch etwas weiter in die Ferne zu schieben? 
„Die Sagen behaupten, Walhalla habe fünfhundertvierzig Türen, die überall in den Neun Welten verteilt sind, um problemlosen Zutritt zu gewähren. Die Sagen erwähnen nicht, dass sich einer dieser Eingänge im Forever-21-Laden in der Newbury Street befindet, gleich hinter der Damensportbekleidung.“
Rick Riordan: Magnus Chase - Das Schiff der Toten, S. 49

REZENSION

Nach dem Ende von Band 2 konnte ich den Abschluss der Magnus Chase-Trilogie gar nicht mehr erwarten. Zumal man bereits davon ausgehen konnte, dass man in Das Schiff der Toten ein Wiedersehen mit Percy und Annabeth erleben würde. Auf die beiden habe ich mich wahnsinnig gefreut, denn bei mir hat alles mit Percy angefangen und deshalb hat der immer einen besonderen Platz in meinem Herzen. Allerdings hätte ich mir noch etwas mehr Percy in diesem Roman gewünscht. Er kam mir da leider sehr zu kurz, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass es in der Reihe um einen ganz anderen Titelhelden geht.

So kurz, wie mir Percys Auftritt auch vorkam, umso länger schien alles andere zu dauern. Leider lässt sich der Roman in nur einem Wort sehr gut zusammenfassen: zäh. Für mich hat sich alles unheimlich in die Länge gezogen. Mehr noch, es hat sich gezogen wie Kaugummi. Es gab viele, viele, viele Nebenplots, die allerdings ziemlich schnell ausgespielt waren, weshalb es davon eben auch so viele gab. Dabei kam mir das große Ganze, nämlich Loki und die Götterdämmerung aufzuhalten, viel zu kurz. Ich hatte erwartet, dass Loki viel mehr seine Finger im Spiel haben würde, tatsächlich ließ der aber sehr lange auf sich warten, was ich sehr schade fand.
Stattdessen gab es eine Menge Nebenhandlungen, auf die man sicher auch hätte verzichten können, denn so wirklich viel haben sie für den Plot auch nicht getan. Oder zumindest hätte man sie mehr zusammenfassen können. Das hat das Lesen teilweise wirklich anstrengend gemacht. Ich war eher genervt davon, wenn sich wieder ein Nebenplot aufgetan hat, als dass ich mich darüber gefreut habe.

Das konnte leider auch Magnus' locker flockige Erzählweise nicht ändern, der Rick Riordan auch im letzten Band treu geblieben ist. Ich mag Magnus' Sarkasmus immer noch sehr gerne und stellenweise war das auch sehr erfrischend, es hat das Lesen aber nicht weniger anstrengend gemacht.
Generell fand ich Magnus in diesem Band auch eher anstrengend. Obwohl er sozusagen der Titelheld sein sollte, haben die anderen Charaktere für mich doch mehr polarisiert und das Geschehen dominiert. Magnus rückte für mich eher in den Hintergrund, obwohl ihm natürlich die große Aufgabe zum Ende hin bevorstand. Doch bis dahin glänzten seine Freunde aus dem neunzehnten Stock mehr als er selbst, überstrahlten ihn sogar.
Das wiederum hat mir aber sehr gut gefallen. Man erfährt in diesem Band einiges mehr über Magnus' Stockwerk-Genossen aus dem Hotel Walhalla. T.J., Halbgeboren und Mallory bekommen durch ihre Hintergrundgeschichten mehr Tiefe und sind nicht weiter nur unscheinbare Figuren, sondern entpuppen sich als wichtige Nebencharaktere. So habe ich mich dann auch in Mallory verliebt.
Natürlich dürfen auch Alex und Samirah nicht fehlen, die mir wieder gut gefielen, denn auch sie bekamen noch mehr Charaktertiefe. Dadurch, dass Sam fastet und Alex manchmal das Geschlecht wechselt. Beides wird so selbstverständlich und problemlos dargestellt, wie es eigentlich auch für jedermann sein sollte.

Obwohl der Roman durchaus einige Stärken aufzuweisen hat, nämlich dass einige Charaktere mehr in den Mittelpunkt gerückt wurden, die bisher eher im Hintergrund wirkten, konnte mich Das Schiff der Toten nicht ganz überzeugen. Es ist zwar ein typischer Riordan-Roman, allerdings fand ich dieses Finale noch ereignisloser und langweiliger als das der Helden des Olymp, welches ich schon ziemlich unspektakulär fand. Das ist wahnsinnig schade, denn die Geschichte hätte sicherlich noch größeres Potenzial gehabt.    
„Ihr kennt das. Man sitzt in einem Zug, der durch eine Schlucht mitten in Norwegen fährt, und denkt sich nix Böses, und dann entpuppt sich eine alte Dame mit einem Strickbeutel als eure göttliche Mutter.“
Rick Riordan: Magnus Chase - Das Schiff der Toten, S. 301

FAZIT

Magnus Chase - Das Schiff der Toten ist für mich leider kein würdiger Abschluss der Reihe über nordische Mythologie. Teilweise fehlten Action und Spannung, obwohl doch genau das für einen finalen Kampf gebraucht wurde. Magnus Chase als Titelheld wurde für mich durch die Charakterentwicklungen von Mallory, Halbgeboren und T.J. ziemlich in den Schatten gestellt, was eigentlich ziemlich schade ist. Generell habe ich mir doch mehr von dem Roman erwartet, wurde aber leider mehr enttäuscht als begeistert. Deshalb kann ich für Magnus Chase - Das Schiff der Toten leider nur zwei von fünf Kreuzen geben.



BUCHDETAILS

Titel: Magnus Chase - Das Schiff der Toten
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Verlag: Carlsen
Preis: 19,99€
Sonstiges: Hardcover, 464 Seiten

Die Buchdetails sind der Webseite von Carlsen entnommen.
Vielen Dank an Carlsen, die mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben!

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